Montag, 8. November 2010

Reisetagebuch Japan - Oktober 2010

11.10.  Hallo, ich bin die Reiseleiterin der Gruppe 2 und werde ab heute jeden Tag ueber unsere Reise berichten. Die Fotos der Gruppe 2 koennen Sie am Ende der Reise hier auf dieser Seite sehen:


Meine Gruppe ist heute frueh puenktlich bei herrlichstem Sommerwetter (27 Grad) in Narita angekommen. Am Nachmittag haben wir unseren ersten Erkundungsspaziergang durch Asakusa zum Asakusa-Kannontempel gemacht. Heute ist in Japan ein Feiertag - Tag des Sports Taiiku-no-hi. Doch wie immer an Sonntagen haben alle Geschaefte und Warenhaeuser geoeffnet. Tausende Japaner nutzten den freien Tag und das schoene Wetter und wuselten durch Asakusa.
 
12.10. Frueh kleiner Einblick ins Gedraenge der Rush hour auf der Yamanote-Linie. Danach Stadtbesichtigung in Tokyo: Kaiserpalast, Meiji-Schrein, Ginza, Ameyoko-Markt. 16 Uhr war das offizielle Programm beendet und alle konnten den Abend nach eigenen Wuenschen verbringen und sich ins Nachtleben stuerzen.
 
13./14.10. Zwei Tage waren wir an der Kueste auf der Izu-Halbinsel. Das waren fuer alle die ersten Erfahrungen mit der japanischen Lebensweise: keine Stuehle, Schlafen in Futons auf Tatamis, Gemeinschaftsbaeder fuer Maenner und Frauen mit Temperaturen von 40-42 Grad. Abends unser gemeinsames Abendessen mit Sashimi, Tempura, gebratenem Fisch und viel Bier und Sake. Doch auch koerperlich haben wir uns betaetigt. Alle nahmen an der doch recht anstrengenden Wanderung an der romantischen Steilkueste teil. Doch durch das heisse Bad danach hielt sich unser Muskelkater in Grenzen.
 
15.10.  Auf unserer Weiterreise machten wir heute einen Stopp in Hakone. Wir fuhren mit Bus, Schiff und danach Seilbahn auf den 1375 m hohen Komagatake. So schoen der Ausflug war, wir mussten ohne das Highlight - den Blick auf den Fujisan - auskommen. Trotz schoenem Wetter war vor dem heiligen Berg eine dicke Nebel und Wolkenschicht.
Der Spaziergang durch die alte Zedernallee auf der Tokaido-Strasse war eine kleine Entschaedigung.
 
16.10. Wir haben eine Nacht in Mishima im Hotel verbracht. Und heute morgen war von meinem Fenster aus der Fujisan zu sehen!!! Warum nicht gestern?
Heute geht es mit Shinkansen weiter Richtung Hiroshima.
 
17.10.Ein wunderschoener Tag liegt hinter uns. Zwar war der Aufenthalt in dem Onsen-Hotel ganz nach japanischer Art: Ankommen, Baden, Essen, Baden, Schlafen, Baden, Fruehstuecken, Abreisen. Aber das Hotel auf der kleinen Insel Ohkunoshima liegt so herrlich. Alle Zimmer haben Meeresblick. Die Ruhe an der Japanischen Inlandsee tat einfach gut. Vom Essen waren alle begeistert. Man konnte sich vom Bueffet mit allen Koestlichkeiten bedienen. Am Abend trat eine Volkskunstgruppe auf mit traditionellen Taenzen und Liedern. Uns zu Ehren wurde die Lorelei gesungen.

Heute Nachmittag sind wir in Hiroshima angekommen. Der Besuch im Friedenspark und Museum war sehr beeindruckend.
 
18.10.  Ein Ausflug nach der heiligen Schreininsel Miyajima stand heute auf dem Programm. Das Wetter konnte nicht besser sein - frueh noch kuehl, am Mittag 25 Grad. Durch die kalte Nacht beginnen sich die Ahornblaettchen schon ganz zart rot zu faerben. Der Itsukushima-Schrein und das grosse Torii standen im Trockenen, weil gerade Ebbe war, aber ob ohne oder mit Wasser - der Besuch ist ein Erlebnis. 

Mittagspause machten wir im Daishoin-Tempel, und nach der Staerkung mit Kraeutertee machten sich alle auf verschiedenen Routen an den Aufstieg auf den Misen-Berg, wo wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt wurden.
 
19.10. Heute fuhren wir mit der Eisenbahn ueber die grosse Seto-Ohashi-Bruecke nach Shikoku, nach Takamatsu. Keiner hatte so rechte Vorstellungen von der Stadt, aber alle waren ueberrascht von den langen eleganten Einkaufspassagen, die zum Bummeln und Shoppen einluden.
 
20.10. Bei trueben, aber warmen Wetter ging es heute zum Kompira-Schrein. Die ersten 758 Stufen haben alle schnell geschafft, und auch die 583 Stufen zum Inneren Schrein waren fuer die meisten kein Problem. Am Nachmittag kam dann ein weiterer Hoehepunkt- der Besuch im Ritsurin-Park, einem der schoensten Landschaftsgaerten von Japan. Eine von Menschenhand geschaffene Natur - mit Worten nicht zu beschreiben.

Heute ist die Haelfte unserer Reisezeit vorbei und ich (die Reiseleiterin) moechte mich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern der Reise bedanken fuer die immer gute Laune und Unternehmungslust, mit der sie alle Touren mit mir bewaeltigen. Ein Lob auch an den aeltesten Teilnehmer, der mit seinen 77 Jahren wacker mit uns Schritt haelt.
 
21.10.  Mit der Jumbo-Ferry ging es heute in 4 Stunden von Takamatsu nach Kobe. Leider war das Wetter regnerisch und truebe, so dass die elegante Akashi-Haengebruecke nur grau in graur zu erkennen war. Schade!
 
22.10. Heute unser erster Ausflug nach Kyoto. Einziger Programmpunkt war der Besuch des Jidai-Matsuri, das neben Aoi-und Gionfest eines der 3 grossen Feste von Kyoto ist. Beim Jidai-Matsuri wird in einer dreistuendigen Parade durch das Zentrum die Entwicklung Kyotos von der Meiji-Zeit bis zur Heian-Zeit dargestellt. Erfreulicherweise hielten sich die Zuschauermengen zahlenmaessig in Grenzen, so dass man sehr entspannt zusehen konnte. Nach Ende des Umzugs konnte sich wer wollte mit einer Maiko fotografieren lassen, was aber besonders von Japanern genutzt wurde.
 
23.10.  Heute waren wir bei herrlichem Sommerwetter in Nara im Todaiji beim Grossen Buddha. Die schoene Landschaft und die frische Luft von Nara haben allen gut getan. 
Auf dem Weg nach Hause haben einige in Osaka-Namba einen Zwischenstopp gemacht. Der Midosuji-Boulevard mit den eleganten Geschaeften und die  Menschenmassen in den Einkaufspassagen waren sehenswert. Nara und Osaka - ein riesiger Kontrast.
 
24.10.  Heute endlich stehen die beruehmten Sehenswuerdigkeiten von Kyoto auf unserem Programm. Der Ninnaji mit seiner eleganten Palastarchitektur, den kleinen Korridoren, Zimmerchen und dem schoenen Garten begeistert alle. Das ist das Japan unserer Traeume. Danach besuchen wir den Zen-Steingarten, den Goldenen Pavillon und das Nijo-Schloss. Alles kennt man schon von Bildern oder Filmen, aber wenn man es mit eigenen Augen sieht, ist es doch ganz anders.

Am Nachmittag sehen wir uns den Kyoto-Hauptbahnhof an. Seine moderne Architektur wird auch kommende Generationen noch begeistern.
 
25.10.  Der Wettergott meint es nicht sehr gut mit uns, den ganzen Tag faellt ein leichter Nieselregen. Das Gute ist, dass deshalb nur wenige Besucher unterwegs sind und wir den Silbernen Pavillon, den Heian-Schrein und den Kiyomizu-dera in ziemlicher Ruhe geniessen koennen. Das Ahornlaub faerbt sich immer mehr und bringt Stimmung in die Landschaft.

Ein schoenes Erlebnis heute Mittag in der Sushi-Bar: Einige meiner Reisegaeste haben zum ersten Mal Sushi gegessen und auf Anhieb 14 Teller geschafft.
 
26.10.  Das war ein Supertag heute. Wanderung auf den Tennozan-Berg mit nur einer kleinen Gruppe von 14 Leuten (und nicht wie sonst immer 24), und danach Besuch der Suntory-Whiskydestillerie. Dazu zwar kaltes, aber sonniges und klares Wetter mit prima Aussicht vom Berg aus. Meine Reisegaeste waren alle gut gelaunt, lauf- und trinkfreudig, so dass der Tag wirklich gelungen war.

Unsere Reise geht langsam dem Ende zu, und ich glaube, jetzt erst haben sich alle Reiseteilnehmer an das Leben in Japan gewoehnt. Es ist eben doch vieles anders, als man es erwartet hat.
Morgen geht unsere Reise in die Berge zur Erholung. Nur Schlafen, Essen, Baden stehen fuer 2 Tage auf dem Programm.
 
29.10.  Wir sind wieder in Tokyo zurueck. Leider spielt uns das Wetter uebel mit. Vorgestern kam es in ganz Japan zu einem Temperatursturz auf 8-10 Grad (gluecklich waren die, die eine warme Jacke mithatten). Dazu kamen Regenguesse von morgens bis abends. Wir waren also in unserem Ryokan in den Bergen zum Nichtstun gezwungen. Das Baden im Freien bei diesem kalten Regen war leider nicht sehr vergnueglich.

Hoehepunkte waren aber die beiden koestlichen Festmenues am Abend.Ansonsten haben alle die Zeit auf ihre Weise verbracht. Ein grosser Erfolg war unsere Origami-Bastelstunde, in der Kraniche und Koerbchen gefaltet wurden und mancher dabei ein neues Hobby entdeckt hat.
Morgen ist unser letzter Tag in Japan - und ein Taifun Nr. 14 hat sich angekuendigt. Ob unser Ausflug nach Kamakura ins Wasser faellt??
 
30.10.  Unser letzter Tag und - Taifun!!! Diese Erfahrung haette ich meinen Reisegaesten gerne erspart. Von frueh an regnete es in Stroemen. Trotzdem wagten wir den Ausflug nach Kamakura. Auch viele Japaner waren  unterwegs. Es musste wohl ein glueckbringender Tag im Kalender sein, denn wir haben zwei Hochzeitszeremonien und viele suess herausgeputzte Kinder zum 7-5-3-Fest gesehen.

Bei gutem Wetter ist der Ausflug nach Kamakura wunderschoen, aber bei dem Wetter heute waren doch alle froh, endlich wieder im Hotel zu sein. Jetzt muessen bis zur Abreise morgen frueh die Sachen und Schuhe getrocknet werden.

Zum Schluss moechte ich noch einmal allen meinen Reisegaesten der Gruppe 2 herzlich fuer ihre Teilnahme danken. Ich hoffe und wuensche sehr, dass mit den ungeheuren Wassermassen, die wir in den letzten Tagen erlebt haben, nicht auch die schoenen Erinnerungen an die Reise weggespuelt wurden.

Minasan, o-genki de. Alles Gute und Sayonara!!

BILDER von der Japan-Reise im Oktober 2010 finden sie auf der Homepage von Koyama unter

JAPAN-BILDER 

Weitere Japan-Reiseberichte, Eindrücke von Teilnehmern finden Sie auch auf der Koyama Homepage.

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